Startseite
    --->SichtDerDinge<---
    --->Gedichte<---
    --->GonZo Pieces<---
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   15.12.13 17:09
    Genial, mehr braucht man

http://myblog.de/zwischenweltenjournal

Gratis bloggen bei
myblog.de





Mit Rudolf Hess auf Kaffeefahrt

Mit Rudolph Hess auf Kaffeefahrt

 

 

Es beginnt an einem Mittwochmorgen. Mein Großvater Hatte sich, ohne meine Zustimmung einzuholen, und mich auf eine Kaffeefahrt zum Steinhudermeer angemeldet. Was mich nur in meiner These bestätigte das,  die Verpeiltheit in meiner Familie  genetisch bedingt zu seien scheint. So berichtete mein Opa mir, um 7 Uhr 10, dass ich mich mit auf diese Kaffeefahrt begeben sollte und der Bus um 7 Uhr 45, ca. 15 Minuten von meinem Standort entfernt, startete.

 

Als ich endlich um 7 Uhr 45 am Bus eintraf saß mein Großvater bereits im Bus und begrüßte mich mit den Worten:“ Hat’s der alte Langschläfer doch noch geschafft ’’. Ich setzte mich missmutig in den Bus und der Fahrer fuhr in Alphabetischer Reinfolge (warum auch immer) die anderen Sammelpunkte ab.

Am ersten Sammelpunkt stieg einer der interessanteren Gäste ein, ich will ihm an diesem Punkt liebevoll Rudolph Hess taufen. Zu dieser Assoziation kam ich durch sein Gesicht, das eine ungewöhnliche und auffällige Ähnlichkeit mit dem echten Rudolf Hess hatte, zudem war er von schmaler und gebrechlicher Statur und sein Gebiss schmückten lediglich 4 Zähne. Jedoch das auffälligste Charakterelement war seine Alkholsucht und das daraus resultierende verlangen nach Bier; dem er direkt nach dem Einstieg frönte. Schon der Bus-Einstieg bereitet ihm beträchtliche Schwierigkeiten. Er verpasste die erste Stufe im Bus und torkelte mehr schlecht als recht zu seinem Platz, der sich direkt neben der unseren Sitzreihen befand. Zwei Minuten nachdem er sich gesetzt hatte grölte er inbrünstig: „Wen muss man den hier Umbringen um nen Pils zubekommen?“. Der Busfahrer antwortete gelassen: „ Den, der Einsfuffzig hat!“. Da diese Summe sich im Rahmen seines Budgets befand gönnte er sich das erste Bier mit den Worten: „Da kann mannsisch ja mal enen jönnen, Prost!“

 

Die vergehende Zeit, im Bus, provozierte diverse Situation herauf der Rudolph Hess nicht gewachsen war. Er befand den Getränkehalter, als sicher genug um seine Flasche Bier dort verweilen zu lassen … währenddessen schenkt er den Schlagzeilen, der von jeglicher Seite umstrittenen Objektivität der BILD-Zeitung, vertrauen. Er war so vertieft in das errichten seiner Scheinwelt das er das umfallende Bier in seinem Becherhalter vorerst nicht bemerkte. Als er jedoch wahrnahm das die künstliche Überschwemmung seines Tabletts eine nicht überschaubare Gefahrensituation für seine Hose und somit sein Ansehen als Gast darstellte, bemühte er sich schließlich einen Lappen vom Busfahrer zu bekommen, währenddessen klingelte der Wecker seiner Armbanduhr unaufhörlich. Diesen auditiven Reiz nahm er zwar war, jedoch bereitete es ihm große Probleme dessen Ursprung klar zu definieren. Und so suchte er in seinen Jacken-Taschen und Hosen-Taschen nach einem Wecker der das Signal hervor brachte. Natürlich fand er nichts, jedoch rief die, von ihm ausgelöste Überschwemmung, die Panik eines normal Image interessierten Menschen aus. Die Ratlosigkeit in seinem Gesicht sprach Bände, während er immer noch versuchte den Wecker zu finden lief das Bier unermüdlich von seinem Tablett auf die Hose. Ich sprach mit dem Busfahrer der innerhalb von 10 Minuten eine überwiegend negative Grundeinstellung zu meinem, ich geb es zu, nicht gerade Historischen Helden aufbaute, um nach einem Handtuch zu fragen. Er trocknete zunächst das Tablett ab, währenddessen unaufhörlich der Alarm seiner Armbanduhr in den Ohren pfiepte. Aus reinen Selbsterhaltungszwecken Verwies ich ihn auf seine Armbanduhr. Die eine ihm sichtlich peinliche Fokussierung der gesamten Reisegruppe auf seinen Handgelenkschmuck zur Folge hatte. Vor diesem Publikum war er noch nie sicher gewesen. Er stellte den Alarm seiner Uhr ab und widmete sich, sichtlich genervt und in seiner Scham gebunden, wieder der Errichtung seiner durch BILD-Schlagzeilen geprägten Scheinwelt. Doch die nächste Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten, diesmal musste Hess sich um die entsorgen der nun leeren Flasche kümmern. Er tat dies mit den Worten:“ Wo sollen die Flasch hin?!“ „Innen Müll’’ entgegnete der sichtlich genervte Busfahrer.

Der Mülleimer stand ca. 5 Meter Bus einwärts, was die ganze Geschichte für Hess zu einem, mit nicht absehbaren Folgen, Abenteuer gestaltete. Er torkelte mit starrem Blick auf den Müllbehälter zu, wurde jedoch durch Schwankungen im Businnenraum aus seinem Rhythmus Geworfen und landete, die Bierflasche senkrecht in die Luft haltend, mit den Worten:“ Alles under Kontrollee!“ auf dem Boden. Die ganze Aktion war von den anderen Gästen, die alle mindestens dreifach so alt waren wie ich, mit lautem Gelächter honoriert worden. Rudolph stand auf, schaute sich orientierungslos um, befand den hinteren Ausstieg des Busses als geeigneten Lagerplatz für seine leere Flasche und torkelte zurück zu seinem

Platz. Mein Großvater schüttelte sich mittlerweile vor lachen und ich sah mich gezwungen die ganze Situation, mittels Notizen, mit meinen persönlichen Thesen zu versehen. Für mich war alles klar dieser Mensch war die Reinkarnation oder (je nach Sichtweise) die wieder auferstandene Leiche des Rudolph Hess. Das Amphetamin gezeichnete Gesicht, die fehlenden Zähne und das tölpelhafte Auftreten des Mannes zeichneten das Bild einer heruntergekommenen Nazi-Führungskraft. Doch sobald ich diesen Gedanken weiter fossierte, rockte er mit einem neuen Anspruch skrupellos weiter. Er wollte pinkeln. Diese Forderung gab er lauthals mit den Worten:“ Boah jetzt muss isch mal schiffen!!“ wieder. Der Busfahrer ignorierte gekonnt die Aufforderung anzuhalten und meine Großvater kommentierte diesen verzweifelten Hilferuf trocken mit: „Na hätste mal die Flasche noch behalten dann hätste jetzt kein Problem!!“.

 

Endlich war das Ziel dieser Odyssey erreicht, eine Gaststätte in der nähe des Steinhuder Meers. Unmittelbar nach dem hinsetzen begann Franky, der mit der Präsentation der Ware beauftragt war, seine dumme Phrasendrescherei. Er propagierte die Qualität seiner technisch minderwertigen Ware mit einer Inbrunst die für einen normal denkenden Menschen schier unglaublich war. Mir stachen sofort seine, für die Lichtverhältnisse, ungewöhnlich großen Pupillen ins Auge die, für mich ganz klar auf, erhöhten Amphetamin Konsum hindeuteten. Dies bestätigte er nur als er seine Warenpräsentation wie ein Pinguin auf Extasy vollzog. Er gestikulierte und redete wie besessen die ersten 45 Minuten über DVD-Player, Funk Telefone und jeglichen Elektronikmüll den er anbot. Seine Rhetorik war von Monotonie geprägt die zwischendurch von überschwänglichen Glücksmomenten durchbrochen wurde. Die sich allerdings ausschließlich auf die, in seinen Augen, phänomenale Funktionalität der Ware bezog. Nach 36 Stunden ohne Schlaf war mein Hirn mit dieser gequirlten Scheiße restlos überfordert. Mir ging es einfach nicht in den Schädel wie man es als seine Lebensaufgabe ansehen konnte, alten und oft senilen Menschen diesen Dreck anzudrehen. Das war einfach zuviel ich begab mich auf die örtlichen Sanitäranlagen und ballerte mir eine dermaßen dicke Nase das ich Schweißausbrüche bekam. Jedoch befand ich mich ab diesem Zeitpunkt in einem Stadium unendlicher geistiger Aufmerksamkeit, die sich direkt auf meine Verhaltensweise auswirkte. Ich sah ein Battle zwischen mir und Franky nun als unvermeidbar an. Mein direktes Tisch Umfeld bestand aus Rudolph Hess, meinem Großvater, einem im Alterschnitt betrachtetem relativ jungem Ehepaar, das durch meine zynischen Kommentare, extrem Misstrauisch gegenüber der Verkaufstaktiken von Franky gestimmt war und einem älteren Mann der nachdem er, am Anfang der Propaganda-Show, sich setzte unmittelbar einschlief und penetrant schnarchte. Ich sah dies als gute Rahmenbedingung für das anstehende und unvermeidbare Battle mit Franky meinem Pinguin auf E an. Ich argumentierte zunächst recht höflich aber ungedrungen: „Was machen Sie eigentlich mit den Adressen der armen Leute hier die Sie eben eingesammelt haben? Finanzieren Sie dadurch ihren Benz der vor der Tür steht? Die werden doch bestimmt verkauft oder nicht?“. Franky reagierte sofort aggressiv und fragte woher ich mir das Recht nehmen würde eine so progressive Frage zu stellen. Ich antwortete trotzig: „Den Verstand und das Recht gab mir Gott und dieser Staat unterstützt diese Ansicht ansatzweise.“ Er entgegnete mit Absichten der Schadensbegrenzung locker: „Der Herr in der ersten Reihe mit den ungewaschenen Haaren sollte sich besser ruhig verhalten damit er sich nicht in seiner Rhetorik verfängt.“. Das Publikum  lachte und bestätigte damit nur meine Schäfchen und Hirten Theorie auf die ich später noch eingehen möchte. Jedoch war eine nachdenklich gestimmte Miene in vielen Gesichtern zu erkennen.

Deswegen beschloss ich erstmal eine Reihe flapsiger Kommentare an Franky zu richten, die mit: „Na heut Nacht nicht geschlafen?“ und einem Sniff-Geräusch begannen. Er starrte irritiert in mein lächelndes Gesicht und fuhr etwas konfus mit seiner Präsentation fort, in der nun eine durch magnetischer Kraft heilende Decke anpries. Allein die Tatsache das diese mit Hilfe einer normalen Chinch-Buchse an den Transformator angeschlossen war versetzte mich in lautes Gelächter. Diese Decke war nach seiner Aussage ein Wundermittel gegen Potenzprobleme, Gelenkschmerzen und einer Vielzahl von mir nie wahrgenommenen Anhäufung schrecklicher Krankheiten, die sich allerdings gänzlich meiner Logik entzogen. Doch der Raum tobte und ich beschloss etwas dagegen zu unternehmen. Meine erste Frage war auf die „Super-Magneto-Decke“ bezogen. „Wie kann es eigentlich möglich sein, das ein Anschluss der sonst Audiosignale transportiert nun Magnetische Strahlung sendet die eine regenerative Wirkung auf Zellkerne haben soll?“. Das war genau die richtige Frage gewesen. Franky liefen die Schweißperlen an der rechten und linken Seite seiner Schläfe wie Bäche herunter. Dieses Zeichen wusste ich gekonnt zu interpretieren und setzte noch einen drauf mit der Frage: „ Wieso kostet eine Decke mit Chinch-Anschluß und Transformator eigentlich 1000 Euro? Die Produktionskosten der gesamten Apparatur dürften sich maximal auf 40 Euro belaufen und da keine Namenhaften Hochschulen diese Behandlung getestet haben bleibt der Wirkungsgrad ja nun leider auch im Dunkeln.“ Da diese simple Ausführung den Genickbruch für seine Argumentation bedeutete lehnte ich mich gelassen zurück und wartete gespannt auf seine Reaktion. Diese fiel sehr aggressiv aus  und er forderte mich auf entweder den RAUM ZU VERLASSEN oder von jetzt an DIE SCHNAUZE ZU HALTEN. Solche Einschüchterungsmethoden beeindruckten mich natürlich in keinster Weise und führten nur dazu mich die nächsten fünf Minuten ruhig zu verhalten. Franky war sichtlich beruhigt über mein Verstummen, jedoch konnte man eine gewisse Anspannung in seinem Gesicht erkennen, die aus der Erwartung der nächsten Frage resultierte. Wobei diese durchaus auf der Hand lag, und so war es nur eine Frage der Zeit bis ich gegen seine Auflagen verstieß. Als ich die Antwort auf meine längst gestellte Frage einforderte unterbrach er komischer weise seine Warenpräsentation für das Mittagessen.

 

Rudolph Hess hatte diesen Zeitrahmen für ein, nach seiner Aussage ordentliches Frühstück, genutzt: Zwei Pils, Zwei Jägermeister, Zwei Pils und einen Korn.

Mit der entsprechenden Euphorie zitterte er dem Mittagessen entgegen. Als dieses jedoch serviert wurde lehnte er entschlossen ab mit der Begründung das der Alkohol auf lehren Magen besser seine Wirkung entfalten würde. Mein Opa und ich schlugen natürlich zu, frei nach dem Motto “Ja wenn’s denn Umsonst is.“

Es gab Schnitzel mit Kartoffeln die durchschnittlich schmeckten. Nach dem Essen ging ich erstmal eine Rauchen und nutzte die Zeit um mit meinem persönlichen Helden Rudolph Hess ein Gespräch zu führen. Was Durchaus  aufschlussreich für meine Person war denn er erzählte das er als Sachbearbeiter in einer Justizvollzugsanstalt arbeitete. Jaja wie damals vor 65 Jahren im KZ dachte ich nur. Was will man machen Menschen ändern sich nie nur der Ort und der Tag.

Doch damit nicht genug beiläufig gab er kaum zu tolerierende Rassischtische Bemerkungen von sich, wie „Der Typ redet wie nen Kanacke aufm Basar!“ oder

„Früher häts das nicht gegeben mit dem ganzen Ausländerpack, die sind für sonen Mist hier Verantwortlich.“. Meinen Kommentar das die beiden Veranstalter ja nun beide deutsch stämmig sein überhörte er mühelos.

 

Nach dem essen begann die zweite Halbzeit der Präsentation, die anfing wie die erste endete. Der kleine Pinguin stellte jegliche physikalischen gesetzte in Frage, ohne auch nur eine Begründung hervor zubringen. Und ich bohrte weiter auf eine Stellungnahme zu meiner Unbeantworteten Frage. Die er allerdings gekonnt Rhetorisch versteckte und somit ein weiterlaufen des Rahmenprogramms möglich machte. Seine Verkaufstaktik war durchschaubarer als eine Fensterscheibe. Dieser Vergleich kommt nicht von ungefähr denn Rudolph Hess hatte sich nach draußen begeben um zu Rauchen und winkte mich durch die Fensterscheibe zu sich.                (Aus einem unerfindlichen Grund hatte er mich wohl für prädestiniert befunden) Ich hatte eigentlich die Schnauze voll von seinem faschistischem Gelaber war allerdings interessiert was er mir nun so wichtiges mitzuteilen hatte. Ich begab mich vor die Tür und Rudolph berichtete außer sich vor Wut von den Zwielichtigen Machenschaften der Organisatoren, die er nun mithilfe seines Messerscharfen Verstandes entlarvt hatte. Diese nun nicht allzu neuen Infos riefen ein zweifeln über die Sinn und Zweckmäßigkeit der Raucherpause in mir her rauf, bis der Kollege und Mitveranstalter von Franky nämlich Herrmann sich plötzlich zu uns gesellte.

Er begann seine Ausführung mit einer Beleidigung meiner indem er sagte: „ Sie Ungewaschene Hippe Schwuchtel meinen also unsere Veranstaltung boykottieren zu müssen?“ Eigentlich wollte ich ihm einen Vortrag halten über gegenseitigen Respekt und die moralische Unvertretbarkeit von Veranstaltungen dieser art halten. Doch die Verlockung war zu stark und deswegen antwortete ich schlicht mit JA. Hess ergriff meine Seite und schimpfte: „Ihr dreckigen Halsabschneider wollt uns sowieso alle nur verarschen!“. „Halten sie sich zurück oder sie gehen zu fuß nach hause.“ Entgegnete Hermann der sich nun sichtlich unwohl fühlte. Denn in diesem Moment war im klar geworden was er mir für eine hervorragende  Angriffsfläche mittels seines Wutausbruches gegeben hatte. Einfaches Spiel dachte ich und fing an ihm meine Meinung vor ihm auszubreiten: „Sehen sie, meine eingeworfen Fragen dienen lediglich der Informations-Vervollständigung, sowie der Richtig Stellung von Naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Wenn ihr Kollege Franky, der mir unnatürlich aufgeputscht erscheint, schlichtweg Lügen verbreitet sehe ich es als meine Pflicht an diese richtig zu stellen. Außerdem möchte ich ihnen gerne zwei Takte zu der ungewaschenen Hippe Schwuchtel sagen, Beleidigung ist in unserem Rechtssystem immer noch eine Straftat und wenn sie mich noch mal auf diese Art beleidigen dann können sie sich direkt mit der Staatsgewalt auseinandersetzten, die wahrscheinlich ein reges Interesse an dieser ganzen Veranstaltung sowie dem Tascheninhalt ihres Freundes Franky hegt. Zudem frage ich mich wie sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren können hilflosen Menschen schlicht und ergreifend das Geld aus der Tasche zu ziehen? Also damit wir uns richtig verstehen, wenn ich auch nur die kleinste Beleidigung oder Drohung wie z.B. „halten sie sich zurück oder sie gehen zu fuß nach hause“ höre dann stehen hier in fünf Minuten die Bullen vor der Tür. Was sicherlich nicht in ihrem Interesse liegt.“

Hermann war von meiner Aussage sichtlich dermaßen überrumpelt worden das ihm nichts aber auch wirklich gar nichts dazu einfiel um auch nur ansatzweise Kontra zu geben. Er blieb stumm stehen und schaute mich an wie nen Auto. Die Schmach saß so tief das er schweigend auf seinen Zuschauerplatz zurückkehrte und mich in der verbleibenden Zeit nicht einmal anschaute. Somit konnte ich mich ganz auf mein Battle mit Franky konzentrieren. Der widmete sich nun mit seiner ganzen Hingebung einem Heizlüfter mit 1200 Watt Leistung zum Preis von 398 Euro. Der auch begeistert vom Publikum aufgenommen wurde, bis ich laut Vorrechnete das 1200 Watt dem Stromverbrauch von vier Computern gleichkommen würde. Nach dieser Klarstellung war das Interesse eher Verhalten. Franky nahm mir diesen Einwurf extrem übel, deswegen versuchte er seine Taktik zu ändern, indem er versuchte seine Fragen möglicht progressiv zu formulieren und direkt auf mich zu beziehen. Er merkte jedoch recht schnell, das diese Taktik nicht fruchtete, da ich alle seine Fragen mit der Standart Phrase: „Also wenn sie das als Verkäufer  nicht wissen und mich in diesem Fall um Hilfe bitten, ist das für mich nur ein Armutszeugnis ihrer Seitz.“. Dieser Satz wurde jedes mal mit lautem Gelächter und Klatschen des Publikums honoriert. In Pingu Frankys Gesicht konnte man den Aufbau diverser Aggressionen mitverfolgen, die offensichtlich bei mir ihren Ursprung hatten. Nichts desto trotz wurde ich von meinem näheren Umfeld ermutigt weiterzumachen um Franky Rhetorisch komplett niederzustrecken. Aber ich blieb gelassen und wartete auf Steilvorlagen, die er mir bedingt durch seine momentane Nervosität massenhaft lieferte. Er machte nun fundamentale Fehler wie das auslassen von Artikeln   (z.B. Der, Die oder Das )  oder verfing sich in seiner eigenen Rhetorik, was zur Folge hatte das er sich mehrmals im direkten Sinne widersprach. Nun hatte er seine komplette Glaubwürdigkeit eingebüsst und ruderte nur noch Ziellos hin und her auf einem See seines eigenen Wortschatzes. Es war für mich ein leichtes aus der derzeitigen Situation Kapital zu schlagen,  denn er war nun mit einfachen Fragen wie: „Wie funktioniert das?“ und „Welchen konkreten Zweck hat dieses Produkt?“ aus der Fassung zu bringen. Seine Halbglatze war nun farblich gesehen auf dem Niveau von Tomaten oder Kirschen, der Schweißausbruch in seinem Gesicht war zu vergleichen mit einem Raver der sich 10 Pillen auf einmal gespackt hatte und seine Körpersprache sagte nur eins aus, ich will hier so schnell wie möglich weg. Ich hatte schon fast ein bisschen Mitleid mit meinem Opfer aber sogleich schoss mir der Gedanke in den Kopf: Der Hat es nicht anders verdient.

Franky stotterte nur unerbittlich weiter und versuchte noch zu retten was noch zuretten war. Und just in diesem Moment kam mir meine Schäfchen/Hirten These in den Kopf, die es laut meiner Theorie ermöglichte Versammlungen einfach aufzulösen, wenn der Hirte (durch den Einfluss auf die Schäfchen) ein Machtwort sprach.

Ich hatte mich, in dieser Situation  zum Hirten gemacht. Wenn meine gesellschaftliche Theorie richtig war hätte ich die Macht diese Versammlung unverzüglich aufzulösen. Da jede Theorie nur durch einen Versuch bestätigt werden konnte fasste ich mir ein Herz und Stand auf und rief mit sicherer Stimme: „In 20 Minuten kommt der Bus lasst uns gemeinsam schon mal rausgehen.“ Franky verschlug diese Situation die Sprache. Es funktionierte zu meinem Erstaunen so gut das mir ca. 75 % der Kaffeefahrtgesellschaft gutgelaunt aus dem Raum folgten und sich in Erwartung auf den Bus an die Straße stellten. Ich hörte nicht eine nörgelnde Stimme die unser verhalten für unhöflich oder überheblich befanden. Die restlichen 25 % ließen sich zum Kauf von überteuerten  Badezusätzen und Kräuterlösungen hinreißen. Aber das Machtgefühl beim aufstehen und vorangehen erinnerte mich an meine erste Kokain Erfahrung… körperlich merk ich gar nichts was fürn scheiß aber trotzdem bin ich Gott…am nächsten Tag sagte ich mir wozu brauch ich Koks wenn ich sowieso weiß das ich Gott bin. Naja wenigstens habe ich für mich ne menge auf dieser Fahrt gelernt. Meine Schäfchen/Hirten These wurde abgesehen von den Konsumgeilen 25 % bestätigt, und wird mich wohl noch weiter beschäftigen, dadurch das ich dies als gelungenen Versuch ansehe beginnt nun der Teil der Analyse. Eins steht jedoch fest so ein Verhalten war schon vor 70 Jahren und ist Heute auch noch symptomatisch für diese Gesellschaft. Menschen ändern sich nie nur der Ort und der Tag.

 

 

 

Written by Mr. Jay Moe 2008

21.4.09 03:30
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Fallen-nach-oben (27.5.09 17:27)
hach das ist ja mal was zum schmunzeln! find ich gut..
die ironie macht es noch besser!
xD


nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn / Website (27.5.09 18:22)
oi!


suspiciousminds / Website (19.8.09 04:58)
Lese den Eintrag schon das 2. Mal und lach mich immer noch kaputt!


losti (15.12.13 17:09)
Genial, mehr braucht man nicht sagen...

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung